Firmenbefragung zum Thema Bürokratie in Deutschland
Katrin Demmelhuber, Luisa Dörr, Klaus Gründler, Philipp Heil, Niklas Potrafke, Ramona SchmidDiese Studie untersucht die Auswirkungen der Bürokratie auf deutsche Unternehmen und deren Wahrnehmung des Unternehmensstandorts Deutschland. Im Jahr 2024 stufte das IMD World Competitiveness Center Deutschland im internationalen Wettbewerbsranking auf Platz 24 herab, nachdem das Land vor einem Jahrzehnt noch Platz 6 belegt hatte. Eine ifo-Umfrage unter Entscheidungsträgern deutscher Unternehmen ergab, dass Bürokratie in Deutschland überwiegend negativ wahrgenommen wird. Die befragten Unternehmen bewerteten den Einfluss der Bürokratie auf einer Skala von -100 (sehr negativ) bis +100 (sehr positiv) im Durchschnitt mit -43 und gaben an, dass 22 % der Arbeitszeit der Angestellten für bürokratische Aufgaben aufgewendet wird. Diese Anforderungen verursachen Kosten in Höhe von durchschnittlich 6 % des Umsatzes und mindern die betriebliche Effizienz, unter anderem durch erhöhten Personalaufwand und verringerte Flexibilität. Besonders kritisch wurden die Praxistauglichkeit und Umsetzbarkeit von Gesetzen sowie die Effizienz der öffentlichen Verwaltung bewertet. Die Unternehmen sprachen sich für eine Reduktion und Vereinfachung der Regulierungen sowie für eine stärkere Digitalisierung der Verwaltungsprozesse aus.