Presse
Die ifo-Pressestelle bereitet die Forschungsergebnisse des Instituts für eine breitere Öffentlichkeit auf. Sie ist die zentrale Anlaufstelle für alle Medienvertreter*innen. Ob (Tages-)Presse, digitale Medien, Fernsehen oder Hörfunk – wir finden Antworten auf Ihre Fragen. Hier werden Expert*innen für Hintergrundgespräche vermittelt, Material verschickt, Interviewpartner*innen bereitgestellt, Mitteilungen verfasst und Pressekonferenzen organisiert.
Elterngeldreform könnte Sparziel deutlich verfehlen
Die geplante Elterngeldreform der Bundesregierung für 2027 könnte den Bundeshaushalt deutlich weniger entlasten als erhofft. Das zeigt eine neue Studie der ifo Niederlassung Dresden. „Das Sparziel und das Ziel einer stärkeren Väterbeteiligung bei der geplanten Elterngeldreform stehen sich im Weg. Je mehr Väter die Reform zum Elterngeld bewegt, desto weniger spart der Staat“, sagt ifo-Forscherin Kyra Puteanus.
Deutsche Industrie verschenkt Wachstumspotenzial bei Hightech-Forschung
Deutschland zählt beim Hightech-Anteil der industriellen Forschungs- und Entwicklungsausgaben zu den Schlusslichtern unter den entwickelten Industriestaaten. Ein höherer Hightech-Anteil geht jedoch mittelfristig mit stärkerem Wirtschaftswachstum einher. Das zeigt eine neue Studie des ifo Instituts für 18 OECD-Länder. In Deutschland fließen nur 20 Prozent der industriellen Forschungsausgaben in Hightech-Branchen, wie die Pharma- oder Chipindustrie sowie die Luft- und Raumfahrt. Am oberen Ende liegen die USA mit einem Hightech-Anteil von 68 Prozent. Frankreich liegt mit 46 Prozent im Mittelfeld. „Deutschland konzentriert seine Forschung auf klassische Industriebranchen. Länder mit einem höheren Anteil an Hightech-Forschung wachsen dagegen in der Regel stärker, auch wenn man Unterschiede im allgemeinen Niveau der Forschungsausgaben berücksichtigt“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Innovationsökonomik und Digitale Transformation.
Deutsche Industrie verlor seit 2019 fast eine halbe Million Arbeitsplätze
Die deutsche Industrie hat seit 2019 knapp eine halbe Million sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren. Das zeigt eine neue Studie der ifo Niederlassung Dresden. Ende 2025 arbeiteten dort 496.000 Menschen weniger als zu Beginn des Jahres 2019, ein Minus von 7,1 Prozent. Im Dienstleistungssektor entstanden dagegen mehr als 2,2 Millionen neue Stellen, vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der öffentlichen Verwaltung. „Deutschland erlebt einen verschärften Strukturwandel. Ausgerechnet die Branchen schrumpfen, die bisher unseren Wohlstand getragen haben“, sagt Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der ifo Niederlassung Dresden. „Die neuen Jobs entstehen meist nicht dort, wo Deutschland besonders produktiv und innovativ ist. Das kann unser Wachstumspotenzial künftig bremsen.“
Stimmung im Wohnungsbau weniger zuversichtlich
Die Stimmung im Wohnungsbau war im September pessimistischer als im August. Das Geschäftsklima sank von -22,5 im August auf -25,1 Punkte. Vor allem in Bezug auf das Geschäft der die kommenden Monate sind die Unternehmen skeptischer, ihre aktuelle Lage bewerteten sie weitgehend gleich. „Die Zinserhöhung der EZB dürfte die Zuversicht im Wohnungsbau gedämpft haben“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Die Aussicht auf wieder höhere Finanzierungskosten belastet die Branche.”
Gezielte Programme können Älteren aus der Arbeitslosigkeit helfen
Maßgeschneiderte Programme können älteren Arbeitslosen dabei helfen, wieder zurück ins Berufsleben zu finden. Das zeigt ein Aufsatz im ifo Schnelldienst, der neue Evidenz unter anderem aus Österreich und den Niederlanden einordnet und die Kosten solcher Programme vergleicht. „Längere Arbeitslosigkeit kostet den Staat doppelt: Er zahlt Sozialleistungen und verliert Steuereinnahmen. Daher können sich auch teurere Programme lohnen, wenn sie Arbeitslose zurück ins Berufsleben bringen“, sagt ifo-Forscherin Pia Heckl.
Potenziale der Halbleiterindustrie bleiben in Deutschland teilweise ungenutzt
Das Potenzial der deutschen Halbleiterbranche für Innovation und Wachstum wird im Inland zu wenig ausgeschöpft. Das zeigt eine neue ifo-Studie, die den weltweiten „Halbleiter-Fußabdruck" am Beispiel Deutschlands und der USA nachzeichnet. Im deutschen Markt gebe es deutlich weniger Nachfrage nach Hochtechnologie, was die Nachfrage nach Halbleitern bremst. „Hierzulande verläuft die Verbreitung von modernen, datengetriebenen Technologien wie der KI schleppend", sagt ifo-Expertin Anita Wölfl.
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