ifo Bildungsbarometer 2025: Zwischen Likes und Lernen – Was Jugendliche und Erwachsene über Social Media denken
Das ifo Bildungsbarometer 2025, unsere jährliche repräsentative Meinungsumfrage, beschäftigt sich dieses Jahr mit sozialen Medien. Dazu befragt es nicht nur die erwachsene Bevölkerung in Deutschland, sondern auch Jugendliche von 14 bis 17 Jahren. Unter anderem geht es auf folgende Fragen ein: Wie viel Zeit verbringen Jugendliche und Erwachsene mit Social Media? Würden sie lieber in einer Welt mit oder ohne soziale Medien leben? Was halten sie von Handyverboten an Schulen und einem Mindestalter für die Nutzung von Social Media? Wie häufig nutzen sie Künstliche Intelligenz (KI)? Und wie steht die Bevölkerung allgemein zur Digitalisierung?
Einige Befunde des ifo Bildungsbarometers 2025
90% der Erwachsenen und 96 % der Jugendlichen geben an, unter der Woche täglich Social Media privat zu nutzen, 58% der Erwachsenen und 78% der Jugendlichen sogar mehr als eine Stunde. Am Wochenende steigt die Nutzungsdauer beider Gruppen.
Trotz der hohen Nutzungszahlen würde eine relative Mehrheit von 47 % der Erwachsenen lieber in einer Welt ohne Social Media leben, 40 % hingegen lieber mit Social Media. Über zwei Drittel (68 %) der Jugendlichen geben hingegen an, lieber in einer Welt mit Social Media zu leben, lediglich 19 % wollen lieber in einer Welt ohne Social Media leben.
Sowohl Erwachsene als auch Jugendliche nehmen deutliche negative Auswirkungen der Social-Media-Nutzung auf Kinder und Jugendliche wahr: 77 % der Erwachsenen und 61 % der Jugendlichen glauben an einen schlechten Einfluss auf die psychische Gesundheit durch Social Media, bei der körperlichen Gesundheit sind es 73 bzw. 66 %. Auch die Aufmerksamkeit und die schulischen Leistungen leiden nach Ansicht der Befragten. Einzig bei der Informationsbeschaffung glauben die Befragten mehrheitlich an eine positive Auswirkung (Erwachsene: 53 %, Jugendliche: 71 %).
Dementsprechend befürwortet eine überwältigende Mehrheit von 85% der erwachsenen Bevölkerung, dass alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland erst ab 16 Jahren einen Social-Media-Account erstellen dürfen. Sogar unter den Jugendlichen spricht sich eine relative Mehrheit von 47 % für ein Mindestalter von 16 Jahren aus, 42 % sind dagegen.
Mehrheiten sind auch für ein Handyverbot an Grundschulen zu erkennen – sowohl in der Pause als auch im Unterricht (Erwachsene: 59 bzw. 64%; Jugendliche: 50 bzw. 57%). Gleichzeitig gibt es merkliche Anteile der Bevölkerung, die ein solches Verbot ablehnen. Für ein Smartphoneverbot während des Unterrichts an weiterführenden Schulen finden sich ebenfalls Mehrheiten, hinsichtlich der Nutzung während der Pausen ist die Bevölkerung geteilter Meinung.
Weitere Ergebnisse zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz durch Erwachsene und Jugendliche und zur Meinung zu Digitalisierung im Allgemeinen finden Sie im vollständigen Aufsatz im ifo Schnelldienst:
Publikation
Zwischen Likes und Lernen: Was Jugendliche und Erwachsene über Social Media denken; Ergebnisse des ifo Bildungsbarometers 2025
Katharina Wedel, Vera Freundl, Franziska Pfaehler, Ludger WößmannProjekt
Das ifo Bildungsbarometer wurde vom ifo Zentrum für Bildungsökonomik im Rahmen des von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten SAW-Projekts „Die politische Ökonomie der Bildungspolitik: Erkenntnisse aus einer Meinungsumfrage“ entwickelt und wird seit einigen Jahren durch den Sonderforschungsbereich Transregio 190 der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt. Basis des ifo Bildungsbarometers ist eine jährliche Meinungsumfrage. Im Jahr 2025 wurden hierfür 2 982 Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren und 1 033 Personen im Alter von 14 bis 17 Jahren befragt.